Immer dieser Pseudo-Kreativismus.

9/14/2009

Ich weiß nicht ob es dieses Wort gibt. Kreativismus.
Ich finde es nicht in Wikipedia, also gibt es es in meiner Welt nicht, ich bin ja so unglaublich multimedial... Ach nee, Googel spuckt irgendeinen kirchlichen Quatsch aus, den ich nicht verstehe und auch nicht verstehen will.
"Kreationismus ist ein Teilaspekt eines religiösen Fundamentalismus, der sich in den letzten Jahrzehnten vor allem in den USA verbreitet hat. Kernthese ist die absolute Irrtumsfreiheit der Bibel in allen Angelegenheiten und das Konzept der sogenannten Verbalinspiration."
(Quelle: hier)

Egal. Für mich ist es was anderes. Zumindest in der Verbindung mit dem Wort "Pseudo". Ich meine damit Leute, die mit aller Kraft etwas unglaublich Kreatives schaffen wollen und aufgrunddessen zusammenhangloses Zeug reden/fotografieren/schreiben/etc. . Das ist ja nicht das Schlimme an der Sache, aber das absolute sinnlose Getue wird aufgedeckt, indem man nachfragt. Denn wenn da keine ausreichende Antwort kommt ist Sense. Meiner Meinung nach.

"Wie bist du denn darauf bekommen? Warum hast du das geschrieben/fotografiert/etc.?"
"Joa, das hab ich halt so gemacht."
"Warum? Was ist der Sinn oder die Botschaft hinter deinem Werk?"
"Joa, ich wollte mal etwas total anderes machen."
"Erklär mal, das interessiert mich."
"Ich weiß auch nicht, war halt so."

Meine Begeisterung schlägt hohe Wellen. Ich möchte verdammt nochmal wissen warum jemand etwas so macht, wie er es macht, wenn er es schon veröffentlicht. In der Kunst steckt doch immer das gewisse Etwas. Etwas, was den Künstler mit seiner Kunst verbindet. Der Gedanke hinter dem Werk.
Den Anstoss hat vorallem das Buch "Frühling und so" von Rebecca Martin gegeben. Ich bin wirklich geduldig, was Bücher angeht. Also schlechte Bücher. Aber dieses Buch war das Erste, das ich abgebrochen habe zu lesen. Der zusammenhanglose Müll - was die Autorin wohl "literarisch genial" fand - lässt die Story zusammenbrechen. Was für eine Story überhaupt? Schrecklich. Und das ist für mich ein Fall des "Pseudo-Kreativismus". Literarische Diarrhoe, die gebildet klingen soll. Abgesehen von den absolut schlechten "Neuzeit"-Abschnitten, die im schicken "Nicht-Grammatik"-Stil viele Blogs und Foren in ihrem Niveau nicht überschreiten. Und ich habe dafür Geld ausgegeben. Vielleicht war es die Neugier, die mich ritt, als ich überall gehört habe, dass das Buch ja so lesenswert ist. Pffffz. Aber immerhin weiß ich jetzt wo meine "Buch-Schmerzgrenze" liegt.

Aber ich meine nicht nur Bücher. Es sind auch Kunstwerke wie Bilder und Sonstiges, die einen ausführlichen Gedankengang vertragen. Denn erst wenn der Künstler seine Kunst beschreiben und erklären kann, ist das für mich eine nennenswerte Kunst. Der Künstler hat die Kontrolle über sein Werk, und das finde ich am faszinierendsten.

Es muss schon alles seinen Grund haben.

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4 Comments

  1. Kann schon verstehen, was du meinst. Das denke ich jedes Mal, wenn ich etwas von Dirk Bernemann lese und mich frage, wie es dieser Kerl geschafft hat jemanden zu finden, der seine Gedankengrütze veröffentlichen will.
    Allerdings muss ich bei einem Punkt widersprechen: in meinen Augen muss nicht alles einen Sinn machen, nicht jedes Kunstwerk muss erklärbar sein, um als Kunst durchzugehen. Gerade das Undurchschaubare macht viele ja so interessant und regt zum eigenständigen Nachdenken an. Viele projezieren in Literatur und Kunst auch das, was ihnen durch den Kopf geht, Bilder, Assoziationen, Träume, Gefühle, meistens können sie es sich selbst nicht erklären. Manchmal muss man das einfach auf sich wirken lassen und schauen, was es in einem selbst auslöst. Das ist für mich Kunst.

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  2. Davon gibts auch genügend Blogs hier ;] Ich hatte auch schon mal vor langer Zeit einen Post drüber geschrieben bzw. Spiegeleule hat in ihrem alten Blog, glaube ich, einen ellenlangen Text geschrieben, wo es auch im Led Mads und so ging...mag des auch nicht, muss ich sagen. Dann lieber einfach mal die Fresse halten & warten bis ein Kreativschub kommt ;D

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  3. sissy, ich weiß genau, wovon du redest. ich hab das buch auch zu hause stehen und vor allem als münchnerin hat es mich besonders empört - du kannst dein silvester nicht in münchen verbringen. da ist die hölle los. am samstag geht keiner ins atomic café, weil die musik bekloppt ist, und am sonntag hat die erste liga verdammt noch mal zu! sie reiht wörter aneinander, die sich cool anhören, aber nicht cool sind. und feuchtgebiete kann man auch nicht ein zweites mal schreiben.
    vielen dank, dass auch du es so siehst.
    küsschen!
    s.
    (www.myblog.de/willowsangel)

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  4. @ scabbed:
    natürlich gibt es Werke die "einfach so" entstehen, aus dem Gefühl heraus. Aber ich finde, dass sich der Künstler trotzdem damit auseinandersetzen muss, auch wenn es vielleicht nicht Sinn macht. Für mich gibt es immer einen Sinn, auch wenn der erst in harter Arbeit ans Tageslicht befördert werden muss.

    @mrn
    Meine Liebste, du sprichst mir aus der Seele. Krampfhaft irgendetwas zu stande bringen macht keinen Sinn, dann lieber Fresse halten, wie du sagst. ;)

    @ s.
    Ich denke auch, dass sie sich irgendwie als zweite Charlotte Roche ausgeben will. Warum auch sonst schreibt sie so ein Quatsch. Aber das ist das Problem: Feuchtgebiete gibt es nur einmal, und ist das Original. Das einzige, was in diese Richtung geht, ist das Buch "Fucking Berlin", was ich auch gelesen habe. ABER: da geht es um eine wahre Geschichte, sie ist gut erzählt und das hebt es von Feuchtgebiete ab.

    Es ist wie bei Blogs:
    entweder man macht ihn zum Bestandteil seines Lebens und berichtet über sich, denn meine, deine und die Geschichte der anderen gibt es kein zweites Mal, oder man macht das gleich wie alle anderen auch. Outfits, Haare, Make-Up... Bla Bla Bla. IMMER das Gleiche! Und dabei gilt: Macht du nix neues, wird dein Blog auch nicht interessant.

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