Macht Bloggen überhaupt noch Sinn?
Von Influencern, nimmersatten Beautybloggern
und der kaputten Blogwelt...

Hallo ihr Lieben!
Wir müssen mal reden.

Der Anfang… 

Vor 11 Jahren war mir in der Uni langweilig und ich suchte während meines ausgefallenen Seminars nach Produktbewertungen. Und so kam es, dass ich den Blog als Internetplattform entdeckt habe. Im ersten Moment schwirrte mir die Frage im Kopf herum: „Kann ich das auch?“ Nach einer kurzen Recherche stellte ich erstaunt fest, dass jeder bloggen kann und das Ganze auch recht einfach gemacht wird. Die damals meistgenutzte Plattform war der kostenlose Webspace bei blogger.com und nach ein paar Klicks war Modern Snowwhite geboren. Mein Blog-Beginn war sehr viel von persönlichen Storys und Shoppinghauls geprägt, aber nach einiger Zeit fand ich sehr viel Gefallen an Beauty und einer kleinen Produktdatenbank, die ich auf meinem Blog für mich selbst (und für euch) aufbauen wollte. Zu sehen, wie sehr das Bloggen verbindet, wenn man sich auf Events regelmäßig wiedersieht und dadurch eine kleine, feine Gemeinde entsteht, hat mir damals sehr viel gegeben. Ich betone „damals“, denn heutzutage kann man davon absolut nicht mehr sprechen. Aber später mehr dazu…

Die Veränderung…

Und dann kam das wahre Leben ;)

In meiner Anfangszeit fing ich an, in der Musikschule meines Vaters zu unterrichten, und somit traf mich der „Reality Check“ sehr hart. Es gab eine Situation, in der eine Schülerin meinen Blog gefunden und ihren Eltern gezeigt hatte, die mich dann als „schlechte Lehrerin“ abstempelten. "Man könnte mich nicht ernst nehmen, wenn ich mich mit den solchen Themen im Internet präsentiere" war der Grund, um auf einen Lehrerwechsel zu pochen. Schade für die Schülerin, denn sie hat mich ständig gefragt, wie ich Produkt XY finde und oft habe ich ihr dann ein paar ungenutzt PR Samples mitgegeben.
Allerdings gab es auch oft das Gegenteil, in denen ich z.B. von Müttern auf meine Youtube-Backvideos angesprochen wurde, wodurch eine langjährige Freundschaft entstand, die bis heute noch hält. Allerdings war mir klar: das Persönliche muss in den Hintergrund gestellt werden, denn angreifbar möchte ich mich in der „Berufswelt“ in keinem Fall machen. Somit lieferte ich also mehr Reviews, Eventberichte, Reiseberichte und machte einen großen Bogen um das „Herz ausschütten“, das aber eigentlich eine normale Sache war. Denn das Wort „Blog“ ist die Abkürzung von „Web“ und „Log(buch)“, was also wortwörtlich für das im Internet geführte Tagebuch steht.

Über die Jahre…

Und so vergingen Monate und Jahre, in denen sich für mich der Blog allgemein in zwei Wege spaltete: die einen wurden hochprofessionell, wie damals Innen & Aussen, die ihren Blog in Kooperation mit einer Frauenzeitschrift neu launchte. Andere "Hobby-Blogs" verschwanden von der Bildfläche, denn dem Druck der Beste und Schnellste zu sein nachzukommen, war nur in der Freizeit kaum möglich. Trotz meines Hobby-Blogs hatte ich mich damals nie in diesen Druck hineinziehen lassen, was mir und meinem Blog unheimlich gut getan hat - ich bin ja schließlich auch noch in 2020 online!
Soeben habe ich noch einen Eventbericht aus 2012 bei mir gefunden, der eine Teilnehmer-Linkliste enthält: von 28 Blogs sind nur noch 6 Blogs „erreichbar“ (die anderen sind gelöscht) und davon tatsächlich nur noch vier online, die wirklich noch aktiv bloggen. Diese "Beautyblog-Urgesteine" sind übrigens: nails reloadedMAGIMANIAGlam & Shine und Innen&Aussen.
Ich muss zudem gestehen: die Professionalisierung & Monetarisierung war mir anfänglich nicht geheuer und ich habe bis zu meiner ersten bezahlten Kooperation nie geglaubt, dass ich mit meinem Hobby wirklich Geld verdienen könnte.


Instagram...

Instagram war eine spannende Sache: wir Blogger sahen es als kleinen Zusatz, um die Bilder, die wir mit viel Herzblut für den Blog anfertigten, noch ein Stück weiter zu teilen. Doch allmählich änderte sich der Fokus: "Insta-Blogger" schossen aus dem Boden, die ihren Instagram-Account als Blog bezeichneten. Das stieß uns Bloggern, die wir unheimlich viel Arbeit, Zeit und Geld in den "echten Blog" als Homepage stecken, sauer auf. Vielleicht war auch ein bisschen Neid dabei, denn ich muss zugeben: so schnell wie die "Instagram-Influencer" kamen, sind diese auch durch die Decke gegangen. Wir Blogger tippseln jahrelang an unserem "Ruhm" und erreichen nichtmal annähernd das, was der Influencer in ein paar Klicks schafft. Sowas nimmt natürlich auch ein großes Stück der Motivation...
Natürlich muss man immer im Kopf behalten, dass die Welt schnelllebig ist und kaum jemand Zeit hat, sich auf einen Blog zu klicken - aber:

Sind ein, zwei kurze Sätze als "Review" in einer Caption vergleichbar mit einem intensiv recherchierten Blogbeitrag?

Viele Firmen richteten sich nach dem Puls der Zeit - das Influencermarketing wurde geboren. Und langsam merkten auch wir "alten Hasen", dass immer weniger Kooperationsanfragen eintrudelten und der Fokus auf Instagram gelegt wurde.


Eine App vs. eine Website? 
Let the battle begin!

Für mich gilt bis zum heutigen Tag: der echte Mehrwert liegt immer noch im ursprünglichen Webspace, in dem ausführliche Blogbeiträge die Zeit überstehen. Mein AVON #thetruecollection Bericht von 2017 wird immer noch oft geklickt und über Google gefunden. Instagram als mehr als nur eine Bilderplattform anzusehen, ist für mich ein Fehler - Instagram ist kein Blog! Und außerdem darf man nicht vergessen, dass die Instastorys meistens nach 24 Stunden futsch sind und damit auch der Werbewert für die Kooperationen...

Eine neue Bloggerwelle...

Als Blogs und die Vorteile eines Bloggers (wie Pressesamples) in aller Munde waren, gab es kein Halten mehr: die Test- und Produktblogs sprossen aus dem Boden. Durch das Leben mit kostenlosen Produkten zu gehen, ist wirklich ganz nett, aber man darf nie vergessen, dass dahinter eine riesige Werbemaschinerie steckt. Zwischen 2011 und 2012 erhielt ich meine ersten PR Samples und bin vor Freude in der Wohnung auf und ab gesprungen (was ich übrigens auch heute noch mache). Ich durfte damit ab und an meinen Blog befüllen und war froh, dass Firmen mir dadurch ihre Anerkennung zeigten. Aber wie gesagt: ich habe natürlich auch jahrelang meinen Blog in Kleinstarbeit aufgezogen.

"Ach, du musst doch froh sein, so viel kostenlos zu bekommen."

Diese Nachricht habe ich vor ein paar Jahren jedes Mal zu hören bekommen, wenn ich wieder mal etwas auf mein Blog gereviewt oder auf Instagram gezeigt habe. Viele dieser Accounts haben nur deswegen selbst angefangen, auf Instagram Bilder mit Testprodukten hochzuladen, und ich kann euch auch verraten, dass es einige sogar auf die Events schaffen, die ich ab und an besuche. Zu wissen, dass der Account nur aus Habgier entstand, sagt für mich schon einiges, und das kann ich einfach nicht ernst nehmen. Das sollte definitiv nicht die treibende Kraft sein, die eine Person zum Bloggen/Instagrammen bringt...
Weitere Fragen, mit denen ich regelmäßig bombardiert werde, sind übrigens:

"Von wem hast du das bekommen? 
Kannst du mir die Kontaktdaten weiterleiten? 

Warum hast du das bekommen und ICH NICHT?"

Wenn ich für jede dieser Fragen einen Euro bekommen würde, hätte ich fast alles für eine Auswanderung nach Island beisammen, oder so ähnlich 😛
Besonders die letzte Frage fasst für mich sehr gut zusammen, wie ich Teile der "neuen Bloggerwelt" erlebe: mit der Hauptaussage "Mir steht dieses PR Sample auch zu!" Was für eine Denkweise...
Hach, wenn ich jetzt über meine Erlebnisse auf Events sprechen würde, dann würdet ihr mir einige Anekdoten sicherlich nicht glauben.
Um meine Erlebnisse kurz anzuschneiden: wenn "Blogger" auf ein Event gehen, um so viel wie möglich abzugreifen, so dass sie auch den Weg über das Klauen gehen, dann ist für mich eindeutig Schluss. Oder wenn Blogger bei besagtem Event die Goodiebags "zu klein finden" und daraufhin einen Stand fünf Mal besuchen, um mehr als fünf Fullsizeprodukte abzugreifen, dann bleibt das Fremdschämen nicht aus. Dass natürlich auch im Nachgang über magere Ausbeute in den Instastorys gelästert wird, wobei die Firma oder der Veranstalter extra nicht verlinkt werden, muss man auch erstmal verdauen. Aber am Ende wird sich im gleichen Atemzug mit Verlinkung bei allen bedankt und noch hinterhergeworfen, dass man sich "super doll" auf das nächste Event freut - versteht ihr mich, dass ich dann aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus komme?
Nach dem letzten Event habe ich also allen Marken eine eMail geschrieben, um mich von dem "Bild des Bloggers", das auf dem Event gemalt wurde, deutlich abzugrenzen. Ich schäme mich in Grund und Boden für das, was momentan so abgeht. Und ich finde es schlimm, dass es soweit gekommen ist.
Wie sehr wünsche ich mir meine Anfangsbloggerzeit zurück, die deutlich mehr von Zusammenhalt, Menschlichkeit und Genügsamkeit geprägt war.


"Slow Blogging" - der Schritt in die richtige Richtung?

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich nicht mehr mit dieser Beautyblogwelt identifizieren wollte. Nach den letzten Erfahrung, wie dreckig diese Welt teilweise geworden ist, musste eine Veränderung her, um mich deutlich davon zu distanzieren. Aber in welchem Ausmaß? Mein erster Schritt war - wie ihr unschwer erkennen könnt - ein neues Layout, um frischen Wind in mein 11-jähriges Baby zu bekommen. Eine hübsche Seite regt doch sicherlich mehr zum Scrollen an und hat auch noch einen Vorteil: sie hat Wiedererkennungswert - nicht wie ein Instagramprofil, das auf den ersten Blick layouttechnisch bei allen gleich aussieht.
Inhaltlich möchte ich euch ausführliche Reviews und Eventberichte geben, aber das alles mit aussagekräftigen Bildern und Texten - vor allem ohne Zeit- und Konkurrenzdruck! Ich möchte die Samples gezielter aussuchen und bin mir auch bewusst, dass ich als 33-jährige nicht mehr für z.B. Essence oder Rival de Loop als Drogerieklassiker stehen kann. In den letzten Wochen ist euch vielleicht auf meinem Instagramkanal aufgefallen, dass ich deutlich mehr Augenmakeuplooks und höherpreisige Produkte in den Vordergrund stelle und genau das gehört ab sofort auch auf den Blog.
"Slow Blogging" ist eine schöne Wortneuschöpfung des WWW und bedeutet für mich Qualität vor Quantität. Flüchtige Lückenfüller wird es nicht mehr geben, denn von jedem Blogbeitrag möchte ich zu 100% überzeugt sein.
Durch meine langjährige Arbeit und oft fast freundschaftliche Beziehung mit Marken und Pressefirmen ist mir übrigens in letzter Zeit auch aufgefallen, dass wieder mehr nach Bloggern als nach Instagram-Influencern gesucht wird.

Könnte das etwa bedeuten, dass der Blog Rückenwind bekommt und irgendwann doch am Influencer vorbeizieht? 

Legen Firmen nun wieder mehr Wert auf den Mehrwert eines Blogartikels, der noch Jahre später gefunden werden kann? 

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht und hoffe, dass die redaktionelle Arbeit eines Bloggers tatsächlich wieder mehr geschätzt wird. Ich möchte auf keinen Fall den Instagram-Influencer negativ darstellen, denn sie haben sicherlich auch viel zu leisten, aber das ist einfach eine andere Arbeit, die unterschiedlich bewertet werden muss.
Aber glaubt jetzt nicht, dass ich als Einzelgänger durch die Bloggerwelt ziehe: ich habe nämlich auch einige langjährige (& eine handvoll neue) Freundschaften mit "Internetleuten" geschlossen, die mir mit den tollen Gesprächen immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass die Bloggerwelt nicht nur aus nimmersatten Damen besteht - Danke dafür 😉

Ich würde gerne wissen, wie ihr dazu steht: 
was treibt euch an, zu Bloggen oder Blogs zu lesen?
Oder lasst ihr euch lieber auf Instagram berieseln?

xoxo Sissy

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18 Comments

  1. Mein Blog besteht sein 2011 und ich bin noch mit Spaß dabei. Ich habe auch gemerkt, dass es nicht mehr so viele Blogs gibt. Ich kenne eine Handvoll die richtig sind und die ich auch gern besuche. Ich denke auch, dass viele Firmen auf gute Qualität setzen anstatt auf Masse an Werbung. LG Romy

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  2. Liebe Sissy,
    ein schöner Blogbeitrag ist das geworden und ich habe das Gefühl, Instagram steht kurz vor einer Wende. Alles dreht sich irgendwie in die falsche Richtung, es wird nur nach Zahlen geguckt, statt auf Qualität zu achten. Bist du ein "Instagrammer" unter 10k, bist du schonmal für die meisten Firmen gar nichts wert. Das große Accounts manchmal 50% nur Männeraccounts aus Fernost als Follower haben die nutzlos sind, interessiert nicht. Nach einem Blog hat mich ehrlich gesagt noch nie einer gefragt, ich schreibe ihn trotzdem. Ich habe das Gefühl es ist alles so schnelllebig, es will gar keiner groß was lesen. Es ist zum verzweifeln. Mit den PR Samplen ist es mittlerweile so, dass ich mir 3x überlege was ich annehme. Der ganze Kram muss ja versteuert werden und ich mache das auch ordentlich. Andere sind so blauäugig und sacken ein und machen gar nichts. Unfair! Aber so ist das nunmal. Mein Account ist daher klein aber fein, ich freue mich über Anfragen aber betteln oder geiern tue ich auch nicht. Ich hoffe einfach auf lange Sicht Bestand zu haben. Liebe Grüße

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  3. Ich nicke hier bei jedem deiner Worte. Seit 2014 blogge ich jetzt intensiv und ich habe um längen nicht so die Reichweite wie andere. Aber ich habe Spass wie du. Auch bei deinen Worten über gewisse Kollegen muss ich dir zustimmen. Hatte dir ja mein Herz aus geschüttet im Dezember.

    Es wäre so toll, wenn sich etwas ändern würde. Und Essence wird doch erwachsener 😘

    Xoxo Vanessa

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  4. Slow blogging... Habe ich noch nicht gehört, finde ich aber ein schönes Konzept. Seit der Geburt meiner Tochter geht es nicht wie vorher. Ich bin selbst noch auf der Suche nach dem Danach... Meine Leidenschaft ist noch da, aber das Leben und die Möglichkeiten sind anders. Ein sehr schöner und ausführlicher Artikel. Vielen Dank. Ich erinnere mich noch an dich und deine Artikel. Ganz liebe Grüße

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  5. Du sprichst mir sooo aus der Seele!

    Wir Blogger haben einen großen Trumpf im Vergleich zu Instagram-„Bloggern“: dauerhafte Aufmerksamkeit über Suchmaschinen. Sichtbarkeit für Personen, die sich explizit über ein bestimmtes Produkt INFORMIEREN wollen. Nicht nur Moment-Aufnahmen.
    In meinem Hauptjob als E-Commerce Content Creator habe ich im vergangenen Jahr so viel zum Thema SEO dazugelernt, dass ich die Struktur meines Blogs komplett verändert und damit neuen Ansporn gefunden habe. Denn genau DAS hebt uns ab. Möchte ein Unternehmen dennoch nicht mit mir arbeiten, weil ich keine 50000 Follower habe, ist das halt so. Ich unterstütze eh viel lieber Firma, die den Aufwand zu schätzen wissen.

    Und auch beim Thema Slow Blogging stimme ich zu 100% zu und würde mich da auch einreihen. Aber wir beide waren ja schon immer auf einer Wellenlänge 💕

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  6. Ich blogge seit 2007. Beklaut wirde ich letztes Jahr auf einem Event ...Habgier ist ein großes Thema vieler Leute auf Instagram ...ganz klar.

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  7. Du sprichst mir aus der Seele. Ich finde deinen Text echt gut! Leider ist so wie du schon gesagt hast, dass die Firmen nur noch auf Instagram setzen. Bezahlte Kooperationen auf den Blog gibt es kaum noch. Das finde ich äußerst schade. Denn ein Blog kommt zur Seite zu schieben und nur noch auf Instagram zu setzen, finde ich fatal. Ein Blogpost kann über Jahre immer wieder mal angeklickt werden, während ein Instapost nur 24 Stunden Relevanz hat. Diesen wichtigen Aspekt vergessen die Firmen. Alles in Allem einen sehr traurige Entwicklung. Auch fand früher gefühlt jeden Monat tausende Events statt. Das alles gehört nun der Vergangenheit. Ich habe auf Events gerne Kontakte geknüpft etc.

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  8. Liebe Sissy,
    meinen Fashion & Lifestyleblog gibt es seit 2015 und ich betreibe ihn auch mit viel Engagement. Mir ist allerdings auch schon des öfteren aufgefallen und auch gesagt worden, dass es hauptsächlich um die Anzahl der Follower geht. "Wie Du hast keine 10k, dann kommst Du für uns leider nicht infrage" oder das ist nur für Accounts mit mehr als 50k.
    Spinnen die Agenturen oder Formen alle total?
    Meiner Meinung nach kommt es in erster Linie auf die Zielgruppe zu dem Produkt/Artikel an. Was nutzt eine Antifaltencreme, wenn sie von einer jungen Lady präsentiert wird, oder teure Fashion, die sich ein Teenager oder eine 20jährige gar nicht leisten kann?
    Es wird Zeit, dass die Firmen umdenken, auch vom schnelllebigen Instagram wieder zu den Blogs zurückkehren, auf denen ihre Produkte mit echtem Mehrwert zu sehen und zu lesen sind - und das über einen langen Zeitraum.
    Das Abgreifen bei Events kenne ich auch nur zu gut und muss Dir da vollkommen recht geben. Ich habe mich auch schon so häufig fremdschämen müssen. Viele Leute werden wirklich zu Piranhas wenn es um Samples geht. Ganz schrecklich!

    Obwohl ich Instagram auch täglich nutze und auch meinen Account vom Layout anders aufgestellt habe, ist mir mein Blog noch ein bisschen lieber. Bei beiden investiere ich täglich viel Zeit, achte auf gute Verlinkungen und auch darauf, dass die Firmen für ihre Produkte oder ihr Vertrauen in eine monetisierte Kooperation eine ansprechende Gegenleistung aus dem Vertrag bekommen.
    Ich finde das gehört sich so in der Geschäftswelt!
    Viele liebe Grüße
    Mo
    www.just-take-a-look.berlin
    @fashion_in_berlin

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  9. Ich bin ja auch #TeamBlog, klar habe ich einen Instagram-Account, aber der entstand eher als unterstützendes Medium. Oft hab ich auf Instagram auch einfach keine Lust. Am Bloggen habe ich wesentlich mehr Spaß.
    Ich versteh dich aber vollkommen.. "bloggen" aus Habgier geht gar nicht. Und auch für mich sind Instagrammer keine Blogger. Klar steckt in Instagram auch jede Menge Zeit, aber ich persönlich finde dass das Bloggen noch viel härter und dafür auch nachhaltiger ist.

    Danke für den sehr ehrlichen Einblick!

    P.S. Jemanden als schlechten Lehrer zu bezeichnen, aufgrund eines Blogs, ist auch unterste Schublade.. oh man

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  10. Toller Post! Ich teile den selben Eindruck wie du... Bereits vor fast 10 Jahren fing ich mit dem Bloggen an (Blog existiert nicht mehr, habe nun einen neuen) und dort habe ich frei nach Schnauze geschrieben. Heute gefühlt unvorstellbar, es herrscht irgendwie ein Finanzieller Druck. Auch habe ich echt das Gefühl die Bloggerszene ist übel kaputt (durch wen oder was mal aussen vor). Das auf die Zahlen reduziert werden von den ganzen Unternehmen find ich echt übel, man ist mehr als nur seine Followerzahl, lieber 500 Leute die zur Zielgruppe passen als 2000 bei denen sich am Ende keiner dafür interessiert.
    LG

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  11. Das ist wirklich ein interessanter Post. Ich finde es wirklich mittlerweile sehr schwer als Blogger zu bestehen, da sich das Augenmerk wirklich auf Instagram gelegt hat.
    Liebe Grüße
    Luisa von https://www.allaboutluisa.com/

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  12. Ich blogge seit 2012 und kann viele Dinge nachvollziehen (Bloggersterben, nicht für Kooperationen ausgewählt werden, da man keine 10K Follower hat). Ich überlege auch derzeit, ob ich mit dem Bloggen aufhöre, da es bei meinen Dienstreisen derzeit zeitlich kaum noch schaffbar ist.
    Liebe Grüße aus Singapur
    Nancy :)

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  13. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich stand 2012 herum kurz vor der Schwelle zur Professionalisierung und habe bewusst nein gesagt. Nein, weil mein Blog das Gegenteil zu Konsum und Werbung war. Nein, weil ich mein Berufsleben nicht aufs Spiel setzen wollte. Nein, weil es mir um meine treuen Leser ging. Mein Blog wurde privat und aus den damals 200 aktiven Lesern sind noch 20 treue Seelen da. Es macht mir viel mehr Spaß, aber ich weiß nicht wie lange ich das noch weiterführe.
    Instagram mag ich nicht, weder das lesen noch das posten. Für mich ist das ne riesige bunte Werbeleinwand. Quantitativ mitzuhalten ist anstrengend. Genauso wenig komme ich mit Youtube klar. 10 Minuten das was man sehen wollte und 50 Minuten blablabla. Dafür ist mir meine Zeit zu schade, also folge ich niemandem. Ich lese viel lieber Texte und die fehlen mir in dieser schnelllebigen Welt sehr.
    Obwohl ich seit 2007 blogge (früher myblog, später blogger nun wordpress), möchte ich mich nicht als Blogerin bezeichnen. Es ist für mich das Synonym des maßlosen Konsums, in Szene gesetzten Fake Lebens, gekauften Followern und oberflächlicher Kommunikation. In letzter Zeit denke ich darüber nach wieder einen öffentlichen Blog zu führen, aber dann über ein anspruchsvolleres Thema oder nur meine eigene Kunst. Ich weiß nur nicht ob die Leute dafür da sind. Wenn jeder seine 2-Sekunden-Häppchen auf Instagram anschaut, kann ich dann irgendwen bewegen, 1000 Worte lange Gedanken zu lesen?! Oder sich Bilder anzuschauen von jemandem, der keine 50 Leute auf Instagram fertig bringt? An manchen Tagen hoffe ich mir, dass Social Media den Bach runter geht und niemanden mehr interessiert.

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  14. Liebe Sissy,
    ich habe Deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen. Da ich ja in einem ganz anderen Bereich blogge war mir das was Du zu berichten hast gar nicht klar. Ich blogge weil ich gerne schreibe und den Lesern beitragen möchte. Aber auch hier stößt mir auf, wenn Leser meinen ein Anrecht auf meinen kostenlosen Content zu haben.
    Alles Liebe
    Annette

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  15. Was für ein spannendes und gleichzeitig schwieriges Thema. Wie die meisten hier blogge ich auch schon seit einer halben Ewigkeit und habe in all den Jahren immer wieder Wellen erlebt. Mal hatte ich richtig Lust, konnte mit großen Reichweiten viele Kooperationen gewinnen, mein Studium zum Teil durch den Blog finanzieren und dann kamen die Monate (oder gar Jahre), in denen sich keiner mehr richtig für Blogs interessiert zu haben schien. Damals war es aber nicht Instagram, sondern YouTube. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie schon vor rund sieben, acht Jahren Debatten über Blogs vs. YouTube das Netz beherrscht haben und selbst meine Bachelorarbeit habe ich dem Thema "Generation Z - Herausforderungen und Perspektiven für Beautyblogs" gewidmet.
    Denn genau hier liegt der Hund begraben. Wir befinden uns mitten in einem Generationenwechsel. Ohne zu wissen, wie alt die hier Kommentierenden sind, vermute ich angesichts der vielen Blogjahre, dass kaum einer zur Generation Z gehört. Und genau diese ist in der Schnelllebigkeit aufgewachsen. Genau diese ist es gewohnt, Medien nur noch flüchtig zu konsumieren, auf Bilder zu setzen und sich von einem (retuschierten) Make-up mehr überzeugen zu lassen als von einer Review.
    Deshalb mal blöd gefragt: Warum sollten Unternehmen dann noch auf hochwertige Blogbeiträge setzen, wenn sie es auch anders erreichen können? Blogkooperationen bedeuten auch für das Unternehmen mehr Aufwand. Mehr Abstimmung, längere Freigabeprozesse, da ganze Texte gegengelesen werden müssen, im besten Falle SEO usw. Wirklich „Sinn“ ergeben Blog-Kooperationen aus Unternehmenssicht nur noch bei vertretbaren Reichweiten, einer guten SEO-Fähigkeit und einer angemessenen Engagement Rate. (1/2)

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  16. Eine Instagram-Koop besteht meist aus Verhandlungen, einem Briefing, Contentanlieferung, kurzer Freigabe und: Erfolg. Natürlich gibt es etliche Accounts, die sich, wie von dir beschrieben, aus Fake-Followern zusammensetzen, aber inzwischen gibt es für Unternehmen gute Tools, die dabei helfen, die Qualität eines Influencers zu prüfen. Einschließlich der Demografie der Follower. Und wenn man es richtig angeht, muss man leider zugeben: Es klappt. Und zwar bedeutend besser als das klassische Blogmarketing früher. Leider.
    Ich will damit nicht sagen, dass ich ein Fan von oberflächlichen Hochglanzbildern bin, aber ich bin auch nicht die Zielgruppe. Und wie sagt man im Marketing so schön? Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Deshalb glaube ich noch nicht, dass in naher Zukunft die große Kehrtwende zu Blogs stattfinden wird.
    Was allerdings passieren wird, ist ein Wandel auf Instagram selbst. Nicht umsonst wurde in etlichen Länden die Funktion getestet, Likes unsichtbar zu machen - um den Content wieder in den Fokus zu rücken. Ob sich diese Funktion durchsetzen wird, weiß ich noch nicht, aber ich schätze, es wird einiges dafür getan, um etwas zu ändern. (Abgesehen davon, dass Milliarden an Facebook vorbei verdient werden, was der Konzern sicher nicht auf Ewigkeiten zulassen wird).

    Was die ganze Thematik in der Szene angeht: Leider gab es schon immer die Kandidaten, die ein ziemlich negatives Bild von Bloggern gezeichnet haben... Ich selbst war schon länger auf keinem Event mehr unterwegs, erinnere mich aber noch gut an eins 2010!, als die Szene noch relativ am Anfang stand. Schon damals haben sich die Leute bei essence/catrice wie die Geier über den Aufsteller hergemacht und es wurde weitaus mehr mitgenommen, als die Produkte, die wir nehmen "durften". Was mich schon damals sehr irritiert hat. Und schon damals gab es zumindest in den kleinen Kreisen immer wieder die Diskussion über die Undankbarkeit von "Kollegen".

    Insofern weiß ich nicht genau, ob wirklich ein Wandel in der Bloggerszene an sich stattgefunden hat. Ich weiß nur, dass es eine neue, noch sehr viel medienaffinere Generation gibt, die ihre ganz eigene Vorstellung von "bloggen" prägt. Und diese vermutlich noch eine ganze Weile unterstützen wird. Was das für uns bedeutet, weiß ich leider nicht. Aber ich hoffe, dass die "richtigen Blogger" wieder verstärkt lernen, einander zu unterstützen und nicht zu oft auf die schauen, die mit kleinem Aufwand mehr Erfolg haben. Ansonsten werden wir mit unserem "Business" wohl nicht mehr happy werden. (2/2)

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    1. Danke für deinen Einblick ins Social Media Marketing. Als es mit meinen Followerzahlen in einem privaten Projekt ruckzuck bergab ging, hab ich mich ein wenig damit befasst... und schiebe es im Wesentlichen auch darauf, dass Generation Y keine Lust und Zeit mehr hat, Beiträge zu lesen und zu kommentieren. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Leute jetzt 30-40 sind (vereinzelte 25-jährige zähle ich auch noch hinzu), also mitten im Berufsleben oder am Anfang einer Familienplanung. Die Tipps, die man heutzutage an die Hand kriegt sind auf Generation Z zugeschnitten. Sucht sich mein Inhalt die Zielgruppe aus oder such ich mir die Zielgruppe und verfasse für sie den Inhalt?

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  17. Unser Blogstart liegt nun fast 6 Jahre zurück und wir sind immer noch mit Freude dabei! Aber natürlich habe ich es auch beobachtet, dass vermehrt auf Instagram gesetzt wird. Da zählen dann nur Follower und kaum passende Person oder passender Inhalt! Hauptsache 50k und mehr!

    Zum Thema Fremdschämen und Abgreifen: Es war zwar nicht auf einem Blogevent, aber letztes Jahr bei der Grünen Woche hab ich auch einige Leute beobachtet, die sich einfach Standdeko eingesteckt haben oder Dinge, die man da hätte kaufen müssen! Und jeder war sich selbst der Nächste. Abgreifen, abgreifen, abgreifen!

    Liebe Grüße
    Jana

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